Gesundheitsnachrichten
TV-Tipp: Endlich wieder schöne Zähne - Zahnimplantate
"service: gesundheit" zeigt, wie man trotz Angst eine Zahnbehandlung gut überstehen kann und wo die Vor- und Nachteile von Brücken und Zahnimplantaten liegen. Fragen zum Thema beantwortet der Experte im Studio.
Ist ein Zahn nicht mehr zu retten oder klafft schon eine große Lücke im Kiefer, stellt sich die Frage nach einem passenden Zahnersatz. Manchmal bietet sich statt der üblichen Brücke ein Implantat an: ein künstlicher Zahn, der im Kiefer verschraubt wird.
Walter B. war aus Angst schon lange nicht mehr beim Zahnarzt. In seiner Freizeit geht der 58-Jährige gern mit seiner Frau wandern, da darf eine zünftige Brotzeit natürlich nicht fehlen. Bei einer Wanderung beißt er in sein Leibgericht: Wurst und ein richtig harter Brotkanten. Plötzlich verspürt er höllische Zahnschmerzen. Auch zu Hause gehen sie nicht mehr weg. Walter B überwindet sich und sucht einen Zahnarzt auf. Der sieht gleich: Hier gibt es jede Menge zu tun. Drei Zähne sind nicht mehr zu retten und eine Wurzelbehandlung ist nötig. Da hilft nur noch eine Zahn-OP. Wie wird Walter B. sich entscheiden, und vor allem: Wird er seine Angst vor den Behandlungen überwinden?
Informationen zur Sendung im Internet unter
www.servicegesundheit.de.
Quelle: Quelle: Pressedienst Das Erste, Januar 2012
Foto: © reinhard grimm / pixelio.de
Erfasst am: 08.02.2012
Tief gebohrt - nichts gespürt!
Neuesten wissenschaftlichen Studien (IDZ, IfD Januar 2012) zufolge ist eine leichte Zahnarztangst in Deutschland weit verbreitet. Grund für das bange Gefühl vor dem Termin ist in den meisten Fällen die Angst vor vermeintlichen Schmerzen während der Behandlung. Gerade diese Furcht erweist sich jedoch angesichts der Vielzahl gut verträglicher und leicht zu verabreichender Narkose-Methoden, die den Zahnärztinnen und Zahnärzten zur Verfügung stehen, als unbegründet.
In modernen Zahnarztpraxen werden gemeinhin vier verschiedene Methoden der lokalen Anästhesie angewendet. Die Oberflächenanästhesie, bei der die Schleimhaut im Mund durch Aufbringung eines Sprays betäubt wird, eignet sich weniger für die Zahnbehandlung selbst. Vielmehr dient sie dazu, bei besonders sensiblen und ängstlichen Patienten sowie bei Kindern den kleinen ‚Pieks‘ beim Einbringen der Injektion auszuschalten. Die Infiltrationsanästhesie dringt im Bereich der Wurzel in die Zähne ein, wodurch das Schmerzempfinden bei bis zu drei Zähnen völlig ausgeschaltet werden kann. Bei intraligamentärer Anästhesie wird sehr vorsichtig zwischen Zahn und Zahnfleisch gespritzt und auf diesem Wege ein einzelner Zahn betäubt. Bei größeren Eingriffen im Backenzahnbereich schaltet der Zahnarzt durch eine sogenannte Leitungsanästhesie einen größeren Abschnitt des Unterkiefernervs aus, was auch zu einer Taubheit der Unterlippe führen kann. Diese Taubheitsgefühle nach einer Zahnbehandlung unter lokaler Anästhesie sind auch der Grund dafür, bis zum vollständigen Abklingen der Betäubung nichts essen zu dürfen. Hierdurch wird das Risiko gemindert, sich auf die Lippe oder die Innenseite der Wangen zu beißen und dadurch zu verletzen.
In der Regel sind alle Methoden gut verträglich und nur in seltenen Fällen kann bspw. ein leichter Schwindel auftreten. Dennoch sollten gerade Patienten mit chronischen Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Asthma ihren Zahnarzt genau über ihren Gesundheitszustand und regelmäßig eingenommene Medikamente in Kenntnis setzen, damit die individuell passende Betäubung ausgewählt werden kann. Selbst in der Schwangerschaft kann lokale Anästhesie ohne größere Risiken angewendet werden. Schwangere sollten trotzdem gerade in den ersten Monaten nur dringend notwendige Behandlungen vornehmen lassen.
Mit den Methoden der lokalen Anästhesie ist das zahnmedizinische Spektrum der Möglichkeiten, den Schmerz auszuschalten noch keineswegs erschöpft. So können Angstpatienten durch Hypnose in einen tiefen Entspannungszustand versetzt ihre Behandlung stressfrei erleben. Auch die Ruhigstellung durch Lachgas erfreut sich in jüngster Zeit stetig wachsender Beliebtheit.
„Dank neuer Technik ist eine optimale Sauerstoffversorgung während der Lachgassedierung problemlos gewährleistet“ bestätigt Dr. Dieter Nolte vom Vorstand der Landeszahnärztekammer Hessen. „Der Name des Gases leitet sich entgegen landläufiger Meinung jedoch nicht von Lachanfällen auf dem Behandlungsstuhl her. Die Patienten sind durch die Lachgasgabe eher in einem Zustand tiefer Beruhigung und leichter Euphorie. Egal welche Methode der Anästhesie zur Anwendung kommt: Stets profitiert auch der Zahnarzt davon, wenn gut gelaunte und entspannte Patienten vor ihm sitzen“.
Bei allen Fragen zu den modernen Möglichkeiten, der Zahnbehandlung durch Narkose den Schmerz zu nehmen, berät der Zahnarzt oder die Patientenberatung der LZKH unter der Hotline-Nummer 069 427275 169. Weiterführende Informationen für Patienten bietet auch die
Webseite der LZKH.
Quelle: Quelle: Landeszahnärztekammer Hessen, 03.02.2012
Erfasst am: 08.02.2012
Wege bei Zahnwurzelerkrankung
Zahnwurzelerkrankungen, meist durch Kariesbakterien verursacht, können Zähne absterben lassen. In den letzten Jahren sind viele Möglichkeiten entstanden, die helfen, einen Zahn zu retten. Zahnärzte profitieren bei dieser Filigranarbeit von neuen mikroskopischen Techniken und Füllungsverfahren. Die Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik (GZFA) gibt einen Überblick.
Ursache für eine Zahnwurzelerkrankung ist meist die durch Plaque begünstigte Vermehrung von Bakterien wie Streptokokken und Laktobazillen. Die greifen zunächst den Zahnschmelz an. Dringen sie weiter in das Zahnbein (Dentin) vor, macht sich der erste Schmerz bemerkbar. Im Zahnbein können aufgrund der weicheren Substanz durchaus größere Erosionen als im Zahnschmelz entstehen. Wird die Entzündung jetzt nicht behandelt, können die Bakterien über das feine Kanalsystem das Zahnmark (Pulpa) erreichen. Hier nähren sie sich so lange vom lebenden Gewebe mit seinen Nerven und Blutgefäßen, bis das Zahnmark abgestorben ist.
Wurzelkanalbehandlung: Spezialbereich mit neuen Verfahren
Bei Hinweisen auf Zahnwurzelerkrankung kann der Zahnarzt mit einer Wurzelkanalbehandlung eingreifen. Dafür bestimmt er die exakte Länge der Kanäle, beispielsweise elektrisch per Widerstandsmessung oder anhand bildgebender Verfahren (Zahnfilm). Dann muss er mit speziellen Feilen das gesamte infizierte Gewebe vollständig entfernen und mit desinfizierenden Spülungen reinigen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für diese äußerst diffizile Arbeit des Ausschachtens nutzt er Lupenbrille und Mikroskope. Anschließend füllt er das gereinigte Kanalsystem mit Zementen, Guttapercha oder Kompositkunststoffen. Je nach Zustand der Zahnsubstanz und Form des Wurzelkanals entscheidet er sich zusätzlich für einen stützenden Wurzelstift. Der besteht meist aus Glasfasercarbon. Zum Abschluss schließt er die Füllung dauerhaft mit einer Krone ab. Sie hilft, den wurzelbehandelten Zahn zu stabilisieren.
Oft lassen sich weniger erfolgreich verlaufene Wurzelkanalbehandlungen auch noch im zweiten Versuch zum therapeutischen Erfolg führen (Revision). Wenn sich die Entzündung allerdings bis in die Wurzelspitze fortgesetzt hat oder sich altes Füllmaterial nicht mehr über den Kanal entfernen lässt, kann nur noch ein chirurgischer Eingriff durch den Kiefer (Wurzelspitzenresektion) einen Ausweg bieten.
Wurzelkanalbehandlungen sind anspruchsvoll: Die Kanalanatomie kann sehr komplex sein, ein graziles Wurzelkanalinstrument kann brechen oder ein Stift die Wurzel durchstoßen. Daher spezialisieren sich manche Zahnärzte auf die Endodontie, die Lehre vom Zahninnern mit Pulpa und dem umgebenden Gewebe, und bauen ihre Erfahrungen aus. „Oberstes Ziel ist, den Zahn zu erhalten und die Substanz des Kieferknochens vor weiterer Entzündung zu schützen“, so Dr. Maryam Ohling, eine Endodontologin aus München.
Die Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik (GZFA) mit Sitz in München baut ein bundesweites interdisziplinäres Netzwerk mit Zahnärzten, Implantologen und anderen Ärzten auf. Parallel betreibt sie unter www.gzfa.de ein Beratungsportal mit monatlich bis zu 50.000 Zugriffen. Hier informiert sie umfassend über Zahngesundheit. Die GZFA ist bundesweit einer der größten privaten Veranstalter von öffentlichen Vorträgen im zahnmedizinischen Bereich. Des weiteren ist sie Mitglied in der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (bvpg). Deren Ziel ist eine präventive und gesundheitsfördernde Ausrichtung im deutschen Gesundheitswesen sowie in allen Politik- und Lebensbereichen.
Quelle: Quelle: Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik mbH, 06.02.2012
Erfasst am: 07.02.2012


