Gesundheitsnachrichten
Die neue GOZ – Was Patienten wissen sollten
Das Inkrafttreten der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zum 1. Januar 2012 geht mit einem erhöhten Beratungsbedarf der Patienten einher. Im neuen Informationsflyer der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) erfahren Patienten, was sich für sie ändert und worauf sie jetzt achten sollten.
Die Gebührenordnung für Zahnärzte betrifft in erster Linie Privatversicherte und Beihilfeberechtigte. Auch gesetzlich Versicherte erhalten eine Rechnung nach GOZ, wenn sie Leistungen in Anspruch nehmen, die ihre Krankenkasse ihnen nicht zur Verfügung stellt. „Eine pauschale Aussage, wie sich die Änderungen in der GOZ auf die Zahnarztrechnungen auswirken, gibt es nicht. Dies hängt zum einen von der individuellen Behandlung ab, also von den medizinischen Notwendigkeiten und persönlichen Wünschen. Zum anderen spielt es eine große Rolle, welche Leistungen die Krankenversicherung des Patienten erstattet“, erklärt Dr. Christian Öttl, Referent Honorierungssysteme der BLZK. „Patienten sollten ihre Versicherungstarife deshalb genau prüfen, bevor sie sich für eine bestimmte Art der Behandlung entscheiden.“
Mit der Patienteninformation unterstützt die Kammer die bayerischen Zahnarztpraxen. „Wir möchten dazu beitragen, dass die Patienten umfassend über die neue GOZ informiert werden. Mit dem Flyer bekommen sie einen ersten Überblick an die Hand – weitergehende Fragen klären sie mit ihrem Zahnarzt persönlich. Damit wollen wir den Einstieg in das Zahnarzt-Patienten-Gespräch erleichtern. Aufklärung und Vertrauensbildung sind wichtig“, sagt Walter Wanninger, Co-Referent Honorierungssysteme der BLZK. Nicht alle Wunschleistungen lassen sich innerhalb des Gebührenrahmens der GOZ umsetzen. Dazu Öttl: „In diesen Fällen hat der Verordnungsgeber ausdrücklich individuelle Vereinbarungen vorgesehen. So können Patienten zusammen mit ihrem Zahnarzt eine optimale Lösung finden.“
Die Gebührenordnung für Zahnärzte wurde zuletzt 1988 novelliert, seitdem liegt der in der GOZ festgelegte Punktwert unverändert bei 5,62421 Cent. Die Zahnärzteschaft fordert seit Jahren eine angemessene Vergütung der zahnärztlichen Leistungen und eine Anpassung der zahnärztlichen Honorare an die wirtschaftliche Entwicklung. Dem wird die neue Gebührenordnung aus Sicht der Zahnärzteschaft nicht gerecht.
Der Patienteninformationsflyer „Die neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)“ kann im Online-Shop der BLZK auf
www.blzk.de/shop „Publikationen für Patienten“ als PDF heruntergeladen und als Druckwerk bestellt werden.
Quelle: Quelle: Bayerische Landeszahnärztekammer, 16.02.2012
Erfasst am: 18.02.2012
Kraftvoll zubeißen auch ohne eigene Zähne?
Im Rahmen einer aktuellen klinischen Studie sucht die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universitätsklinik Heidelberg Patienten mit zahnlosem Unterkiefer, die mit ihrer Prothese unzufrieden sind. Teilnehmer erhalten jeweils zwei Implantate mit einer neuartigen Verbindungstechnik, durch die sich die Einheilphase von bis zu sechs Monaten auf wenige Tage verkürzen soll. Dabei sparen sie 50 Prozent der Kosten, die normalerweise für das Einsetzen der Implantate und die Anfertigung des Zahnersatzes anfallen. Die Forscher wollen die Technik mit bestehenden Systemen vergleichen und Aspekte wie Lebensqualität oder Kauleistung beleuchten.
In Deutschland ist etwa ein Viertel der 65- bis 74-Jährigen zahnlos. Eine Totalprothese jedoch stellt vor allem im Unterkiefer für viele Patienten eine unbefriedigende Lösung dar. Weil die Prothese ausschließlich auf der Schleimhaut aufliegt, kann sie beim Kauen klebriger oder harter Nahrung verrutschen. Häufige Begleiterscheinungen sind schmerzhafte Druckstellen, manchmal auch ein Würgereiz oder eine gestörte Aussprache. Viele Betroffene meiden die Öffentlichkeit, und ihr Selbstbewusstsein leidet.
Bereits mit zwei Zahnimplantaten und darauf fixierten Druckknöpfen oder anderen Halteelementen bekommt eine Totalprothese stabilen Halt. Dadurch steigen Kauleistung und Lebensqualität. In der Regel müssen Implantate jedoch zuvor mehrere Monate unbelastet einheilen. Um diese Durststrecke für die Patienten abzukürzen, wurden Implantate und Halteelemente entwickelt, die auch eine sehr frühe Belastung ermöglichen.
Interessierte können an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik einen unverbindlichen Beratungstermin unter Telefon 06221 / 56 60 40 vereinbaren.
Kontakt:
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Mund-Zahn-Kiefer Klinik
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Telefon 06221 / 56 60 40
Telefax 06221 / 56 53 71
E-Mail:
mzk-prothetik@med.uni-heidelberg.de
Quelle: Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg, 16.02.2012
Erfasst am: 17.02.2012
Tausende neuer Arbeitsplätze im Dentalsektor
Etwa 76.000 neue Arbeitsplätze werden bis zum Jahr 2030 in Zahnarztpraxen, Dentallaboren und durch den Vertrieb von Dentalprodukten im Einzelhandel entstehen. Zu dieser Einschätzung kommen das Darmstädter WifOR-Institut und das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in einer Studie, die heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Untersuchung zufolge, die im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) durchgeführt wurde, werden die stärksten Wachstumsimpulse im Dentalsektor aus der vorsorgeorientierten Nachfrage im Zweiten Gesundheitsmarkt entstehen.
Zu den Ergebnissen der Studie sagte der Vorsitzende des Vorstandes der KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz: „Man darf den zahnmedizinischen Sektor nicht immer nur als Kostenfaktor diskutieren. Er ist ein Wirtschaftsfaktor und Teil der Jobmaschine Gesundheitswesen. Schon jetzt arbeiten über 400.000 Menschen in der Dentalbranche. Vor allem aber bedeutet die präventive Zahnmedizin von heute eine sinnvolle Investition, deren Dividende die ständige besser werdende Zahngesundheit der Bevölkerung ist.“
Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, kommentierte: „Die Ausbildungsquote in den Berufen rund um die Zahnmedizin ist traditionell hoch. Und die demografische Entwicklung wird aller Voraussicht nach für weitere Beschäftigungsimpulse sorgen. Die Menschen werden immer älter, Prävention wird immer bedeutender. Um die Mundgesundheit und die damit zusammenhängende Allgemeingesundheit bis ins hohe Lebensalter zu erhalten, bedarf es intensiver zahnmedizinischer Betreuung, innovativer Versorgungsstrukturen und Therapien sowie der technischen Weiterentwicklung von Medizinprodukten.“
Beide Zahnärzteorganisationen gaben zu bedenken, dass die positive Prognose des Dentalsektors mit der Bereitschaft der Gesundheitspolitik, stabile Rahmenbedingungen zu setzen, stehe und falle.
Zur Studie: Die Studie „Wachstums- und Beschäftigungseffekte der Mundgesundheitswirtschaft“ erscheint als Band 33 der Schriftenreihe des IDZ. Sie ist im Fachbuchhandel erhältlich.
Quelle: Quelle: Bundeszahnärztekammer, 16.02.2012
Erfasst am: 16.02.2012




