Gesundheitsnachrichten
TV-Tipp: Wieder schmerzfrei ohne Rückenoperation - Multimodale Schmerztherapie
Die multimodale Schmerztherapie ist eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Mischung aus medikamentöser Therapie, Ergo-, Physio- und Bewegungstherapie sowie Schmerzbewältigungstraining und psychologischer Verhaltenstherapie.
Gemeinsam mit dem Ehemann zu kochen, bereitet Karin H. große Freude. Auch wenn sie nicht ganz so mithelfen kann, wie sie es sich eigentlich wünscht. Denn die 61-Jährige leidet unter Rheuma. Gemüse schneiden fällt ihr oft schwer. Doch nicht nur das: Durch ihr Rheumaleiden plagen sie seit Jahren starke Schmerzen im Rücken, höllische Qualen, die sie nur mit Schmerzmitteln überstehen kann. Eine stationäre Schmerztherapie soll ihr nun helfen und sie von den Schmerzen dauerhaft befreien. Rückenschmerz ist keine Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom. Dahinter können etwa ein Bandscheibenvorfall, eine Entzündung in den Wirbeln oder Rheuma stecken. Werden die Beschwerden nicht optimal behandelt, können sie zu chronischen Schmerzen werden. Das Gehirn und die Nervenzellen entwickeln ein so genanntes Schmerzgedächtnis. Nach Behebung der Schmerzursache muss nun auch das Schmerzempfinden zurückgesetzt werden.
"service: gesundheit" klärt, welche Methoden es bei der multimodalen Schmerztherapie gibt, warum Stress und Anspannung eine große Rolle spielen und wie Rückenschmerzpatienten auch ohne eine Operation ihre Lebensqualität wieder zurückgewinnen können. Fragen zum Thema beantwortet der Experte im Studio, Prof. Stefan Rehart. Informationen zur Sendung im Internet unter
www.servicegesundheit.de.
Quelle: Quelle: Pressedienst Das Erste, Januar 2012
Foto: © reinhard grimm / pixelio.de
Erfasst am: 09.02.2012
Wer ist besonders anfällig für Rückenschmerzen?
Wann treten Rückenschmerzen auf? Wer ist besonders gefährdet und welche Risikofaktoren gibt es? Wie könnte eine sinnvolle Vorbeugung aussehen? Diesen Fragen gehen Sportorthopäden des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar im Rahmen einer deutschlandweiten Studie nach. Ab sofort werden Probanden zwischen 18 und 65 Jahren mit oder ohne chronische Rückenschmerzen gesucht.
Die Studienteilnehmer sollten bereit sein, innerhalb der nächsten zwei Jahre insgesamt sieben Termine im Olympiastützpunkt, Im Neuenheimer Feld 710, 69120 Heidelberg, wahrzunehmen. Bei den jeweils ca. einstündigen Untersuchungen klären die Sportorthopäden im Gespräch evtl. vorhandene Beschwerden und führen, wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen, Bewegungs-, Funktions- und Kraftanalysen der Wirbelsäule durch. Die Teilnehmer füllen zudem online einen Fragebogen u.a. zu körperlichen Belastungen in Beruf und Freizeit, Stress und Schmerzen aus.
Rückenbeschwerden sind die Volkskrankheit Nummer eins in den westlichen Industrieländern. Ursachen sind häufig strukturelle Schäden wie beispielsweise Gelenkdegenerationen sowie eine unzureichende Stabilisation und Funktion der Wirbelsäule bedingt durch Defizite im Zusammenspiel zwischen Nerv und Muskel. „Aber auch psychische und psychosoziale Komponenten, insbesondere im Umgang mit Stress und Schmerz, können eine große Rolle spielen“, erklärt Dr. Nikolaus Streich, Sportorthopäde am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiter der Heidelberger Studiengruppe.
Was geholfen hat, bleibt oft unklar
Die aktuelle Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Potsdam ist eingebettet in ein deutschlandweites, interdisziplinäres Forschungsprojekt, das vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) in den kommenden drei Jahren mit über fünf Millionen Euro gefördert wird. Die Heidelberger Sportorthopäden erforschen darin gemeinsam mit Medizinern aus Potsdam, Berlin, Dresden, München, Hamburg Frankfurt/Main, Bochum und Köln, ob und wie sich Risiken für Rückenschmerzen in der Bevölkerung und im Spitzensport durch körperliche Aktivität verringern und vorhandene Beschwerden abmildern lassen.
„In der Studie geht es zunächst einmal darum, ein Risikoprofil für Rückenschmerzen zu entwickeln und zu verstehen, durch welche Faktoren Rückenschmerzen beeinflusst werden“, so Streich. Darauf aufbauend können spezielle Rückenübungen gezielt zum Einsatz kommen. „Wir sehen zwar, dass Rückentraining zur Vorbeugung und zur Linderung von Rückenschmerzen beiträgt, allerdings bleibt häufig unklar, welche Intervention genau zur Risiko- und Beschwerdeminderung geführt hat“, erklärt der Sportorthopäde.
Aus den Erkenntnissen der Studie werden Empfehlungen für das medizinische Versorgungssystem abgeleitet – jeder Studienteilnehmer trägt daher dazu bei, Diagnose, Vorbeugung und Therapie von Rückenschmerzen zu verbessern.
Weitere Informationen über die Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Startseite.110016.0.html
Kontakt bei Interesse an einer Studienteilnahme:
Dipl. rer. soc. Simone Gantz
Tel.: 06221 / 56 34 986
E-Mail:
simone.gantz@med.uni-heidelberg.de
Quelle: Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg, 08.02.2012
Erfasst am: 08.02.2012
Rückenfallen im Alltag
So reichen Beschwerden von leichten Verspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Neben Verschleißerscheinungen führt in vielen Fällen auch falsche Körperhaltung zu Schmerzen. „Dabei lassen sich durch aktive Vorbeugung viele Schwierigkeiten vermeiden“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga. Er erklärt, wo Gefahren im täglichen Leben lauern.
Gleichmäßige Belastung
Immer wieder falsch ausgeübte Bewegungen, wie beispielsweise krummes Sitzen oder Stehen, rufen zunehmend Rückenprobleme hervor. Durch gleichmäßige Gewichtsverlagerung und gezielte Positionswechsel entlasten Betroffene ihre Wirbelsäule. „Ich rate daher, beim Stehen das Gewicht von Zeit zu Zeit von dem linken auf das rechte Bein zu verlagern“, erläutert Dr. Schneiderhan. Und auch während langer Sitzphasen schützt dynamische Belastung vor Schmerzen. Was viele nicht wissen: Wer dauerhaft eine aufrechte Position einnimmt, beansprucht die Bandscheibe mehr als mit leicht nach hinten geneigtem Rücken. Lümmeln bleibt also erlaubt.
Bequeme Nachtruhe
„Viele Menschen klagen vor allem nach dem Aufstehen über Verspannungen, die teilweise den ganzen Tag anhalten“, sagt Dr. Schneiderhan. Oft verantwortlich dafür: zu harte oder weiche Matratzen und schlechte Lattenroste. Neben dem richtigen Material gibt es für jede Schlafposition zusätzliche Tricks. In Rückenlage sorgen spezielle Nackenkissen für den perfekten Abstand zwischen Ohren und Schultern und bringen die Halswirbelsäule in die richtige Position. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Kissen unter den Knien zu positionieren, um die Lendenwirbelsäule zu entspannen. Bei Seitenschläfern entlastet ein solches Polster zwischen den Knien die Wirbelsäule.
Haushaltsgeräte anpassen
Viele Fallen für den Rücken ergeben sich zudem im Haushalt. Um Verspannungen zu verhindern, bleibt ein gerader Rücken Pflicht. Übermäßige Beanspruchung vermeiden Betroffene mit Hilfsmitteln wie höhenverstellbaren Geräten. „Beim Bügeln folglich immer darauf achten, das Brett auf Bauchhöhe einzustellen“, betont Dr. Schneiderhan. Dadurch erreicht man eine optimale Haltung, die auch bei anderen Aktivitäten wie beispielsweise beim Staubsaugen große Bedeutung einnimmt. Hier gilt: verschiebbare Stangen nutzen und schwer zugängliche Ecken besser mit geradem Rücken erreichen und dabei in die Knie gehen.
Gewicht verteilen
Zudem erhöhen volle Einkaufstaschen den Druck auf den Rücken. Liegen beide Arme seitlich am Körper und verteilt man das Gewicht gleichmäßig auf zwei Taschen, ergibt sich eine optimale Position, um Schäden an der Wirbelsäule zu vermeiden. Alternativ bietet auch ein Rucksack Hilfe. In diesem transportiert man schweres Gepäck sicher, ohne den Rücken unnötig zu belasten. „Beim Ausladen des Autos zu Hause lieber zweimal gehen und weniger tragen“, rät Dr. Schneiderhan abschließend.
Quelle: Quelle: openPR, 07.02.2012
Erfasst am: 07.02.2012

